{"id":727,"date":"2017-01-19T20:19:55","date_gmt":"2017-01-19T19:19:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.die-emotionsfotografin.de\/blog\/?p=727"},"modified":"2018-03-20T18:12:44","modified_gmt":"2018-03-20T17:12:44","slug":"sonne-in-der-nacht-was-hast-du-vollbracht-faszination-polarlichtfotografie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/sonne-in-der-nacht-was-hast-du-vollbracht-faszination-polarlichtfotografie\/","title":{"rendered":"&#8222;Sonne in der Nacht &#8211; was hast du vollbracht!&#8220; &#8211; Faszination Polarlichtfotografie"},"content":{"rendered":"<h4>Wer die verr\u00fcckteste Lichtshow am Nachthimmel jemals erleben durfte, den l\u00e4\u00dft sie nicht mehr los. Kein Naturph\u00e4nomen des Planeten ist faszinierender und atemberaubender als die Aurora Borealis, der Tanz der roten, gr\u00fcnen oder blauen Polarlichter, die man haups\u00e4chlich in den dunklen Monaten der n\u00f6rdlichen Breitengrade beobachten kann. Auf einer Reise durch Island im Januar 2014 erf\u00fcllte sich mein lang gehegter Wunsch, die Nordlichter einmal zu sehen, zum allerersten Mal. Seither bin ich infiziert und meine Spurensuche mit Kamera f\u00fchrte mich von da an j\u00e4hrlich in den kalten Norden, nach Island oder Norwegen, wo ich weitere Male das gro\u00dfe Gl\u00fcck hatte, die spektakul\u00e4ren Himmelserscheinungen zu fotografieren.<\/h4>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-729\" src=\"https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Nordlichtpionier2014.jpg\" alt=\"Polarlichtfotografie Elisabeth Pfahler-Scharf M\u00fcnchen\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Nordlichtpionier2014.jpg 850w, https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Nordlichtpionier2014-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Nordlichtpionier2014-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p>Das Bild oben zeigt einen meiner ersten Versuche die Himmelslichter einzufangen. Es war eine bew\u00f6lkte Januarnacht im S\u00fcden Islands, als wir uns kurz vor Mitternacht, dick eingepackt mit Kamera und Stativ an der Frau aus dem warmen Haus hinaus in die kalte Nacht machten. Der Schaffarmer, bei dem wir ein Zimmer gemietet hatten, sagte noch, dass die Chancen auf Polarlichter heute eher gering seien. Es sei zu bew\u00f6lkt und es gebe Schnee. Da es schon das Ende unserer Islandreise war und es nicht mehr viele Gelegenheiten geben w\u00fcrde, welche zu sehen, beschlossen wir, es trotzdem zu versuchen. Allein die Stille der Nacht und der wundersch\u00f6ne Sternenhimmel w\u00e4ren es wert, das warme Nest zu verlassen.<br \/>\nWir waren schon einige Zeit drau\u00dfen und ziemlich ausgefroren, als sich die Wolkendecke \u00fcber uns etwas lichtete und sogar der ein oder andere Stern uns anblinzelte. Noch unerfahren in der Polarlichtbeobachtung r\u00e4tselten wir, ob der helle Schleier, der am Himmel zu sehen war, nur helle Wolken oder doch etwa Nordlichter waren? Dazu mu\u00df man wissen, dass das menschliche Auge die Farben der Polarlichter, wenn sie schwach sind, nicht wahrnehmen kann. Sie sind eigentlich unscheinbar wei\u00df. Also machte ich den unbestechlichen Test mit Hilfe eines Fotos. Wenn &#8222;die Wolke&#8220; gr\u00fcn wird, ist es Polarlicht. Gepriesen sei das digitale Zeitalter! Aufgeregt machte ich ein Testfoto&#8230;und siehe da&#8230;tats\u00e4chlich &#8211; gr\u00fcn ist die Farbe der Hoffnung und der Polarlichter! \u00dcber uns tanzten die Lichter und ich h\u00fcpfte im Dreieck, hin und hergerissen zwischen Staunen und der Herausforderung dieses unbeschreibliche Schauspiel auf ein Foto zu bannen.<\/p>\n<p>Polarlichtfotografie ist kein Zuckerschlecken. Es ist auf jeden Fall kalt und finster, wenn man sie fotografieren m\u00f6chte und genauso schnell, wie sie auftauchen, k\u00f6nnen sie auch wieder verschwinden. Fotografisch gesehen eine Herausforderung. Sie setzt voraus, dass man seine Kamera aus dem FF kennt und sie sozusagen blind bedienen kann. Damit Du fit bist, wenn dir dein erstes Polarlicht \u00fcber den Weg l\u00e4uft, hier einige Tipps und Tricks, wie sie sich am besten einfangen lassen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-730\" src=\"https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Polarlicht_Joekulsarlon2015.jpg\" alt=\"Polarlichtfotografie Elisabeth Pfahler-Scharf M\u00fcnchen\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Polarlicht_Joekulsarlon2015.jpg 850w, https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Polarlicht_Joekulsarlon2015-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Polarlicht_Joekulsarlon2015-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p>Diese Ausr\u00fcstung ben\u00f6tigst du daf\u00fcr: Kamera, am besten mit lichtstarkem Weitwinkelobjektiv, mit Bulb-Einstellung und der M\u00f6glichkeit zur manuellen Fokusierung, Stativ, Fernausl\u00f6ser,\u00a0 Ersatzakkus, Taschenlampe und Stoppuhr. \u00c4u\u00dferst hilfreich sind auch Polarlicht-Vorhersagen z.B. f\u00fcr <a href=\"http:\/\/en.vedur.is\/weather\/forecasts\/aurora\/\">Island<\/a> oder <a href=\"https:\/\/norway-lights.com\">Norwegen<\/a> (gibt&#8217;s auch als App).\u00a0 Es gibt sogar eine Polarlicht-Vorhersage f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.polarlicht-vorhersage.de\">Deutschland<\/a>. Bew\u00e4hrt haben sich auch Handschuhe mit herunterklappbaren Stulpen und Daumen. Gibt es z.B. g\u00fcnstiger im Jagd- und Anglerbedarf.<br \/>\nVor deinem Nachteinsatz solltest du die Unendlichkeits- Einstellung \u221e an deinem WW-Objektiv testen. Meist befindet sie sich etwas vor oder hinter dem auf dem Objektiv gekennzeichneten Symbol. Teste das bei Tageslicht aus und markiere den richtigen Punkt gut sichtbar auf deinem Objektiv.<br \/>\nPolarlichter zu fotografieren ist toll, noch stimmungsvoller ist es, sie \u00fcber einen beeindruckenden Landschaft oder einem spiegelnden See einzufangen. Suche dir dazu schon bei Tageslicht in deiner n\u00e4heren Umgebung eine m\u00f6gliche Kulisse aus. Stelle alle ben\u00f6tigten Einstellungen an deiner Kamera ein, bevor du dich in die Dunkelheit der Nacht begibst. Das erleichtert dir das Fotografieren. Folgende Einstellungen haben sich bei mir bew\u00e4hrt: Objektiv auf \u221e einstellen, ISO zwischen 400-1000 (so niedrig wie m\u00f6glich halten um Bildrauschen zu vermeiden), Blende ganz \u00f6ffnen (kleinste Blendenzahl ;-)), Bulb Einstellung w\u00e4hlen. Kamera in der Tasche, Ersatzakkus in Innentasche deines Anoraks warmhalten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-732\" src=\"https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Polarlicht_Reine2016.jpg\" alt=\"Polarlicht, Nordlicht, Norwegen, Nachtfoto, Lofoten, Aurora Borealis, Elisabeth Pfahler-Scharf\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Polarlicht_Reine2016.jpg 850w, https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Polarlicht_Reine2016-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Polarlicht_Reine2016-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p>Wenn Deine Aurora Vorhersage &#8222;Active&#8220; oder &#8222;Go&#8220; sagt und die Wolkendecke nicht zu dicht ist, kann es losgehen. Versuche Dein Gl\u00fcck!<br \/>\nJetzt stehst du drau\u00dfen bei Minusgraden und wartest auf das Polarlicht. Wann es auftaucht l\u00e4\u00dft sich schwer vorhersagen. Wir haben schon kurz nach Einbruch der Dunkelheit Nordlichter beobachten k\u00f6nnen. Ein anderes Mal warteten wir bis weit nach Mitternacht, bis es losging. Oft beginnen Polarlicht in n\u00f6rdlicher Richtung. Manchmal ist der Lichtschein so schwach, dass er mit blo\u00dfem Auge nicht als Polarlicht zu erkennen ist. Ich mache dann vorab eine Probeaufnahme mit ca. 10 sec. Wenn die &#8222;Wolke&#8220; leicht gr\u00fcnlich wird, ist das das Signal, dass ein Polarlicht entsteht.<\/p>\n<p>Wie f\u00e4ngst du jetzt am besten mit deiner Kamera die Polarlichter am n\u00e4chtlichen Himmel ein? Hier gibt es keine pauschale Empfehlung. Die Belichtungszeiten sind stark abh\u00e4ngig von der Helligkeit\u00a0 der Lichter, der Helligkeit von Fremdlichtquellen wie z.B. Mond und der Geschwindigkeit der Bewegungen der Nordlichter. Ein schwaches, stehendes Licht kann man schon mal 20 bis 40 sec belichten, ein schnell wechselndes, tanzendes Polarlicht mu\u00df man mit einer k\u00fcrzeren Belichtungszeit von z.B. 5-10 sec einfrieren, um seine spezielle Form auf den Sensor zu bannen. Hier macht \u00dcbung den Meister. Die digitale Technik erlaubt es dir, das Ergebnis sofort auf dem Kameradisplay zu \u00fcberpr\u00fcfen und die n\u00e4chste Aufnahme ggf. zu korrigieren. Aber bedenke, die wankelm\u00fctigen T\u00e4nzer k\u00f6nnen sich extrem schnell ver\u00e4ndern und eine wundersch\u00f6ne Darbietung dahin sein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-733\" src=\"https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Polarlicht_Svolvaer2016.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Polarlicht_Svolvaer2016.jpg 850w, https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Polarlicht_Svolvaer2016-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Polarlicht_Svolvaer2016-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/p>\n<p>Auch ich bin noch in der &#8222;Ausbildung&#8220; zur Polarlichtfotografin. Nicht immer gelingt es mir, die Sch\u00e4rfe richtig auf dunkle Berge oder Landschaften zu setzen oder die perfekte Belichtung zu finden. Bei einer genialen Polarlichtnacht auf den Lofoten 2016 f\u00fchlte ich mich sogar einmal richtig \u00fcberfordert, weil sich die Lichtershow auf den kompletten Himmel \u00fcber mir ausbreitete und ich gar nicht wu\u00dfte, wohin ich meine Kamera als erstes schwenken sollte.<\/p>\n<p>Aber eines ist sicher: das Polarlicht-Virus hat mich gepackt und l\u00e4\u00dft mich nicht mehr los. Ein unvergessliches Spektakel, das nicht von dieser Welt zu sein scheint!<\/p>\n<p>Also auf in den Norden &#8211; begebt euch auf himmliche Spurensuche ihr Fotodetektivinnen,<\/p>\n<p>Eure Obersp\u00fcrnase Elisabeth<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer die verr\u00fcckteste Lichtshow am Nachthimmel jemals erleben durfte, den l\u00e4\u00dft sie nicht mehr los. 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