{"id":593,"date":"2015-11-20T15:00:49","date_gmt":"2015-11-20T14:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.die-emotionsfotografin.de\/blog\/?p=593"},"modified":"2015-11-20T16:01:59","modified_gmt":"2015-11-20T15:01:59","slug":"ausstellungstipp-im-november-sebastiao-salgados-beeindruckender-appell-zur-rettung-unseres-planeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-emotionsfotografin.com\/blog\/ausstellungstipp-im-november-sebastiao-salgados-beeindruckender-appell-zur-rettung-unseres-planeten\/","title":{"rendered":"Ausstellungstipp im November: Sebastiao Salgados beeindruckender Appell zu retten, was noch zu retten ist"},"content":{"rendered":"<h4>Am vergangenen Mittwoch Abend begab sich der Club der Fotodetektivinnen auf eine packende Bilderreise in ferne, vom Menschen noch unber\u00fchrte Winkel unseres Planeten. Sebastiao Salgado fotografierte einst Leid und H\u00e4\u00dflichkeit des Krieges. Sein aktuelles Projekt <strong>Genesis<\/strong>, an dem er acht Jahre lang arbeitete, zeigt die Sch\u00f6nheit der letzten unber\u00fchrten Naturr\u00e4ume der Welt, sowie die einzigartigen Menschen und Tiere, die dort leben<em>. <\/em>Farben l\u00e4\u00dft er dabei weg. Der Meister der Schwarzwei\u00dffotografie erz\u00e4hlt seine Bildergeschichte ganz reduziert, aber nicht weniger beeindruckend, mit eindringlichen Kompositionen aus Licht und Schatten.<\/h4>\n<p>Seit Wim Wenders\u00a0 Dokumentarfilm &#8222;Das Salz der Erde&#8220; ist der brasilianische Fotograf Sebastiao Salgado vielen ein Begriff. Seine Ausstellung &#8222;Genesis&#8220; gastierte bis August in Berlin, nun k\u00f6nnen seine 250 gro\u00dfformatigen Schwarzwei\u00df-Fotos bei freiem Eintritt im Kunstfoyer der Versicherungskammer in M\u00fcnchen besichtigt werden. Ein eindeutiger Fall f\u00fcr die Fotodetektivinnen.<\/p>\n<p>Die Dreht\u00fcr am Eingang schleudert uns direkt hinein ins Geschehen. Sofort befinden wir uns inmitten gewaltiger Eislandschaften und Tausenden von Pinguinen und von links starren uns w\u00fctende Seel\u00f6wenaugen an. Die opulenten Schwarz-Wei\u00df-Fotografien ziehen einen sofort in ihren Bann. Aber es wird auch sofort klar, dass hier nicht an Material gespart wurde. 250 Bilder sind eine Menge Holz f\u00fcr die R\u00e4umlichkeiten des Kunstfoyers. Es best\u00e4tigt wieder die These &#8222;weniger ist mehr&#8220;. Ein bi\u00dfchen mehr Luft h\u00e4tte der Wirkung des einzelnen Bildes gutgetan.<br \/>\n&#8222;H\u00f6chschte Konzentration&#8220; ist daher beim Besuch angesagt&#8230;<\/p>\n<p>Inhaltlich ist die Ausstellung in 5 Bereiche eingeteilt: <em>Planet South<\/em> zeigt Fotos, die auf den Galapagosinseln und in der Antarktis aufgenommen wurden. Bei <em>Sanctuaries\u00a0<\/em>bereiste Salgado isolierte Zonen und V\u00f6lker der Erde, wie Madagaskar und West-Papua. In <em>Africa<\/em> befindet man sich inmitten arider W\u00fcstenlandschaften, dem \u00dcberfluss des Okavangodeltas und seltsam aussehenden Frauen, die Teller im Gesicht tragen. In den <em>Northern Spaces<\/em> faszinieren Natur und Leben am Polarkreis. In <em>Amazonia und Pantanal<\/em> bringt uns der Fotograf die wilden Tiere und V\u00f6lker seiner Heimat n\u00e4her.<\/p>\n<p>Salgados Fotografien haben eine enorme Anziehungskraft. Einige Bilder sind direkt, nah und unmittelbar, durch die Weitwinkelperspektive und beeindruckende Sch\u00e4rfe wirken sie auf mich brutal lebendig.\u00a0 Faszinierend und befremdlich zugleich sind seine Portraits indigener Urv\u00f6lker und ihrer Riten und Traditionen. Salgado zeigt die Frauen der Mursi in \u00c4thiopien mit ihren riesigen Lippentellern und Skarifizierungen oder die Stammesangeh\u00f6rigen der Zo&#8217;\u00e9 am Amazonas mit ihren Lippenpfl\u00f6cken. Beim Anblick dieser Sch\u00f6nheitsideale l\u00e4uft es mir kalt den R\u00fccken runter. Dagegen sind Piercings in unseren Breitengraden der reinste Kinderkram. Dennoch wollen seine Fotografien nicht spektakul\u00e4r sein. Sie strahlen immer anmutige Sch\u00f6nheit aus.<br \/>\nAber Salgado kann auch leise, zart und sehr poetisch sein. Mir haben es vor allem seine Bilder mit den mystischen Lichtstimmungen angetan.<br \/>\nJedes seiner Fotos ist eine kunstvolle Komposition aus Licht und Schatten, Strukturen, Linien und Formen, die beim Betrachter einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So gelingt es Salgado, den Blick und das Bewu\u00dftsein der Besucher zu sch\u00e4rfen f\u00fcr die Kostbarkeit der letzten unber\u00fchrten Winkel der Erde und die bewahrenswerte Diversit\u00e4t der Menschheit.<\/p>\n<p>Wer kann, sollte diese Ausstellung mehrmals besuchen, um die Flut der eindrucksstarken Bilder aufnehmen zu k\u00f6nnen. Noch bis 24.01.2016 ist die Ausstellung t\u00e4glich von 9-19 Uhr ge\u00f6ffnet. Der Eintritt ist frei.<br \/>\n&#8222;Ich w\u00fcrde sagen&#8230; sie sehen sich das mal an!&#8220;\u00a0 &#8211; Unbedingt empfehlenswert!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am vergangenen Mittwoch Abend begab sich der Club der Fotodetektivinnen auf eine packende Bilderreise in ferne, vom Menschen noch unber\u00fchrte Winkel unseres Planeten. 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